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19.02.2026

Trust-Checking im Detail: Inhalt

Was steckt wirklich in der Nachricht? Eine Nachricht macht dich stutzig? Gut so! Dieses Bauchgefühl ist oft der erste Hinweis, dass etwas nicht stimmt und damit dein wichtigster Schutz vor Desinformation und Falschnachrichten. Beim Thema Inhalt geht es ganz konkret darum, was die Nachricht übermittelt. Lies die Nachricht noch einmal genau und achte auf Sprache,…
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19.02.2026

Trust-Checking im Detail: Bilder, Videos und Grafiken

Welche (audiovisuellen) Elemente sind im Beitrag? Ein Beitrag macht dich stutzig? Gut so! Dieses Bauchgefühl ist oft der erste Hinweis, dass etwas nicht stimmt und damit dein wichtigster Schutz vor Desinformation und Falschnachrichten. Bilder, Videos und Grafiken prägen die Wahrnehmung eines Beitrags maßgeblich. Besonders im Zeitalter von Online-Angeboten und Social Media ist die Bedeutung audiovisueller…
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19.02.2026

Trust-Checking im Detail: Quelle

Wer steckt hinter dem Beitrag? Ein Beitrag macht dich stutzig? Gut so! Dieses Bauchgefühl ist oft der erste Hinweis, dass etwas nicht stimmt und damit dein wichtigster Schutz vor Desinformation und Falschnachrichten. Beim Thema Quelle geht es ganz konkret darum, woher die Informationen kommen, die in dem Beitrag genannt werden. Hier lohnt es sich, genauer…
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Blogtitelbild, Trust-Checking – Kriterium: Zitate

19.02.2026

Blog & Wissen

Trust-Checking im Detail: Zitate

Autor:in

ganzgut

Wer sagt was?

Ein Beitrag macht dich stutzig? Gut so! Dieses Bauchgefühl ist oft der erste Hinweis, dass etwas nicht stimmt und damit dein wichtigster Schutz vor Desinformation und Falschnachrichten.

Beim Thema Zitate geht es darum, welche Aussagen in einem Beitrag zitiert werden und wie diese Auswahl die Wirkung eines Textes beeinflussen kann. Die Nutzung von Zitaten ist eine gängige journalistische Praxis und gilt in erster Linie als Qualitätssiegel. Denn oft ist es inhaltlich wertvoll, wenn Journalist*innen mit involvierten Personen sprechen und so Informationen oder Eindrücke aus erster Hand schildern können. Autor*innen nutzen Zitate aber auch zum Beispiel, um Emotionen zu transportieren, ohne selbst unsachlich zu werden. Eine Art Verlagerung der Gefühle. Je nach Intention kann die Auswahl bestimmter Zitate die Wahrnehmung der Leser*innen beeinflussen. 

In dem Beitrag werden identifizierbare Personen direkt oder indirekt zitiert.

Zitate müssen klar gekennzeichnet sein und es muss erkennbar sein, wer hinter dem Gesagten steckt. Eine Ausnahme tritt ein, wenn Quellen geschützt werden und anonym behandelt werden müssen (z. B. zum Schutz von Informanten gemäß Ziffer 4.3 des Pressekodex). Fehlen Urheber*innen ohne triftigen Grund, ist Skepsis geboten. 

Die im Artikel verwendeten Zitate stimmen mit ihrem ursprünglichen Kontext überein und wurden nicht zweckentfremdet.

Bei direkten Zitaten sind Journalist*innen dazu angehalten, den Wortlaut zu übernehmen. Fehlen Satzteile, muss das entsprechend gekennzeichnet werden. Diese Auslassungen in Zitaten werden primär durch drei Punkte in eckigen Klammern dargestellt: […].

Journalist*innen dürfen Zitate zwar kürzen, das ist gängige Praxis, aber der Sinn der Aussage muss erhalten bleiben. Wenn man ein „Nicht“ weglässt oder einen Satz so aus dem Kontext reißt, dass er das Gegenteil dessen bedeutet, was die Person sagen wollte, ist das ein Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht. Für die Verfasser*in des Textes gilt hier nämlich Ziffer 2 des Pressekodex, der unter anderem besagt, dass Inhalte mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben sind. Dies dient auch dazu, Falschaussagen und Desinformationen von Protagonist*innen zu entlarven, bevor zweifelhafte Inhalte an die Öffentlichkeit geraten.

Oftmals ist es schwer bis unmöglich für Leser*innen, Zitate zu überprüfen. Das zeigt sich am Beispiel von Claas Relotius, einem ehemaligen Reporter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Relotius hat in bis zu 55 Artikeln Zitate, Personen, Szenen und ganze Handlungsstränge frei erfunden oder manipuliert. Der Skandal wurde Ende 2018 aufgedeckt, nachdem Zweifel an der Echtheit von Zitaten und Szenen in seinen Reportagen laut wurden. 

Dieser Fall bebte noch in vielen Redaktionen nach, was viele dazu veranlasst hat, ihre Prüfungsprozesse auszubauen und transparenter zu arbeiten. Dazu zählen etwa verschärfte Belegpflichten, Stärkung von Faktenchecks innerhalb Dokumentationsabteilungen, mehr Begleitmaterial zum Making-Of oder Recherche-Protokolle bei Journalist*innenpreisen.

Zitierte Personen, die als Expert:innen aufgeführt werden, haben nachprüfbare Expertise im entsprechenden Themenfeld.

Expert*innen sind nicht automatisch glaubwürdig, nur weil sie als solche bezeichnet werden. Entscheidend ist, ob ihre fachliche Qualifikation zum Thema passt. Mediziner*innen sind nicht automatisch Expert*innen für Klimaforschung, ebenso wenig wie Unternehmer*innen für geopolitische Konflikte.

In vielen Fällen arbeiten professionelle Journalist*innen mit dem Zwei-Quellen Prinzip. Das dient insbesondere zur Verbesserung der Qualität und Genauigkeit von Nachrichten und Informationen und dient zusätzlich der Vermeidung fehlerhafter und voreingenommener Berichterstattung.

💡 Recherchiere kurz, welchen beruflichen Hintergrund die zitierte Person hat und ob dieser zum Thema passt. Oft findest du die Lebensläufe z. B. auf den Webseiten der Arbeitgeber (Universitäten, Kliniken o. Ä.) oder auf eigenen Webseiten. Achte darauf, ob der Lebenslauf seriös erscheint.

Die genannten Expert*innen sind nicht für unbelegte und/ oder fragwürdige Aussagen bekannt, die in der Vergangenheit widerlegt wurden.

Ein Blick in die Vergangenheit kann aufschlussreich sein. Manche Personen treten wiederholt mit kontroversen oder bereits widerlegten Thesen auf und werden dennoch als Expert*innen präsentiert. Solche Stimmen werden in Desinformationen gezielt genutzt, um scheinbare Glaubwürdigkeit zu erzeugen.

💡 Achte darauf, ob die Person bereits durch Falschinformationen, Verschwörungserzählungen oder extrem einseitige Positionen aufgefallen ist. Auch hier lohnt es sich, die Namen der Expert:innen gezielt in Suchmaschinen zu prüfen.

Was bedeutet das für dich?

Zitate sind also kein schmückendes Beiwerk, sondern ein Versprechen, dass die angegebene Person diese Aussage getroffen hat. Wenn dieses Versprechen bricht, bricht auch das Vertrauen in die Nachricht. Dass Redaktionen heute strenger prüfen und ihre Recherchewege offenlegen, ist ein wichtiger Schritt. Dennoch sind Zweifel in manchen Fällen angebracht. Wenn du das nächste Mal ein Zitat liest, das dich extrem emotional macht oder perfekt in ein Klischee oder die Dramaturgie des Inhaltes passt, halte kurz inne und frage dich: 

  • Wer spricht da? Ist die Quelle klar benannt oder bleibt es bei einem vagen „Insider sagen“?
  • Passt das zusammen? Wirkt die Aussage im Text logisch oder wie ein Instrument, das nur für Drama sorgen soll?
  • Fehlt da was? Wenn ein Zitat nur aus drei Wörtern besteht, wurde es vielleicht passend zurechtgestutzt. Prüfe, ob die Kürzung richtig vorgenommen und gekennzeichnet wurde. 
  • Passt der Kontext? Wird im Beitrag klar, in welchem Kontext das Zitat gesagt wurde? Oder taucht es vielleicht sogar noch einmal in einem anderen Kontext auf?

Im Zweifel: Such nach der Originalquelle. Auch wenn Redaktionen heutzutage komplexere Prüfstellen haben, wirken Vorgaben wie der Pressekodex vor allem dann besonders gut, wenn das Publikum aufmerksam ist, hinschaut und nachhakt.

Hier findest du unsere weiteren Artikel zum Thema Trust-Checking:

Eine Person (links) übergibt einen großen, weißen Kreis an eine andere Person (rechts)

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