Wer steckt hinter dem Beitrag?
Ein Beitrag macht dich stutzig? Gut so! Dieses Bauchgefühl ist oft der erste Hinweis, dass etwas nicht stimmt und damit dein wichtigster Schutz vor Desinformation und Falschnachrichten.
Beim Thema Quelle geht es ganz konkret darum, woher die Informationen kommen, die in dem Beitrag genannt werden. Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Quellen werden herangezogen? Sind sie öffentlich zugänglich und somit nachprüfbar? Wirken zitierte Expert:innen vertrauensvoll? Nicht alle Quellen enthalten zuverlässige Informationen, auch wenn so manche auf den ersten Blick seriös erscheinen. Die folgenden Punkte helfen dir dabei, unseriöse Quellen aufzudecken.
Behauptungen werden mit externen Quellen und/ oder eigenen Rechercheergebnissen belegt.
Seriöse Berichterstattung macht transparent, woher Informationen stammen. Zentrale Aussagen werden durch externe Quellen wie Studien, offizielle Dokumente, Interviews oder eigene journalistische Recherchen gestützt. Fehlen solche Belege vollständig oder werden lediglich vage Formulierungen wie „Studien zeigen“ oder „Expert:innen sagen”, sollte das Misstrauen wecken. Es kann unglaubwürdig sein, dabei nur eigene Quellen zu verwenden.
💡 Prüfe, ob wichtige Aussagen konkret belegt werden oder ob Behauptungen einfach in den Raum gestellt werden.
Die genannten externen Quellen wurden vollständig aufgeführt und/ oder verlinkt und sind nachprüfbar.
Vertrauenswürdige Beiträge nennen ihre Quellen so, dass Leser:innen diese selbst überprüfen können. Dazu gehören funktionierende Links, klare Quellenangaben oder genaue Bezeichnungen von Studien, Institutionen oder Dokumenten. Unvollständige Angaben, schwer auffindbare Quellen oder Verweise auf nicht zugängliche Inhalte erschweren die Überprüfung. Das ist oft nicht zufällig.
Wenn es um Informant:innen geht, gibt es eine Ausnahme. Nach dem Deutschen Pressekodex sind Journalist:innen nach Richtlinie 5.1 verpflichtet, die Identität von Informant:innen zu schützen, wenn diese Informationen nur unter der Bedingung der Vertraulichkeit weitergeben. In diesem Fall bleibt die Quelle anonym und wird nicht im Text genannt. Eine Aufhebung dieses Quellenschutzes ist nur in Ausnahmefällen zulässig, etwa wenn es um die Anzeige eines schweren Verbrechens geht und eine gesetzliche Meldepflicht besteht.
💡 Klicke auf Links oder kopiere die Quelle und füge sie in deine Suchmaschine ein. Findest du sie?
Der Artikel ist von einer fachkundigen Person oder einer/einem beruflichen Journalist*in geschrieben.
Die Veröffentlichung von Inhalten unter dem eigenen Namen ermöglicht es, die Aussagen einer existierenden Person zuzuordnen und diese eventuell für eine Stellungnahme zu kontaktieren. Dies ist ein Indiz für professionell erstellte Inhalte.
In den meisten Fällen findest du den Namen der Autor*innen im oberen Teil des Beitrags, oft direkt unter der Überschrift oder nach dem Teaser. Das ist sowohl bei Online-Artikeln als auch im Print gängig. Nur selten werden keine Namen genannt. Das kommt beispielsweise bei investigativen Recherchen vor, bei denen die Identität der Verfasser*innen geschützt werden soll. Bei den meisten Medien kannst du außerdem die zugehörigen Autor*innenprofile einsehen. Dort erfährst du häufig mehr über beruflichen Hintergrund, thematische Schwerpunkte oder weitere Veröffentlichungen.
💡 Um zusätzliche Informationen zu erhalten, lohnt sich auch eine eigenständige Recherche. Etwa über die Website des Mediums, berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder frühere Publikationen der jeweiligen Person.
Was du sonst noch prüfen kannst
Decken sich die Behauptungen des Artikels (vollständig) mit denen der Originalquellen?
Nicht jede zitierte Quelle wird korrekt wiedergegeben. Inhalte können verkürzt, aus dem Zusammenhang gerissen oder in ihrer Aussage verzerrt dargestellt werden. Ein Vergleich mit der Originalquelle zeigt oft, ob etwa eine Studie tatsächlich das aussagt, was im Artikel behauptet wird oder ob wichtige Informationen fehlen.
Zusätzlich betont der Deutsche Pressekodex unter der Richtlinie 2.4 die besondere Verantwortung bei der korrekten Wiedergabe von Aussagen. Wortlautinterviews sind nur dann journalistisch korrekt, wenn sie das Gesagte unverfälscht wiedergeben. Ob wörtlich zitiert oder sinngemäß zusammengefasst, müssen Quellen kenntlich gemacht werden, damit Leser:innen Aussagen überprüfen und einordnen können.
💡 Vergleiche zentrale Aussagen mit der Originalquelle: Stimmen Ton, Aussage und Kontext überein?
